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04.02.2020

Viele Unternehmen greifen bei DSGVO-Umsetzung auf Software zurück

Ohne Software geht es heutzutage in kaum einem Unternehmen mehr. Warum also sollten solche Tools nicht auch zur Umsetzung der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eingesetzt werden? Einer repräsentativen Bitkom-Umfrage zufolge nutzen sie 48 Prozent der Befragten, um die Vorgaben zu erfüllen. Kritik übt der Digitalverband unterdessen an einigen grundlegenden Strukturen.

Insgesamt wurden 503 für den Datenschutz verantwortliche Personen von Unternehmen aller Branchen mit 20 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland befragt. Der Großteil jener, die auf spezielle Tools für die Umsetzung der DSGVO zurückgegriffen haben, nutzte am Markt verfügbare Software, die an das jeweilige Unternehmen angepasst wurde. Elf Prozent setzten sie ohne individuelle Anpassung ein. Eine Minderheit von drei Prozent ließ individuelle Softwarelösungen für sich entwickeln, ein Prozent nahm dies selbst in die Hand.

Wie der Bitkom weiter berichtet, hat die EU-Kommission für 2020 eine grundsätzliche Überprüfung der neuen Datenschutzregeln geplant. Einige Verbesserungsvorschläge liefert er gleich mit. So brauche es mehr Klarheit und Vereinheitlichung der Auslegung in Europa sowie eine risikoorientierte Abstufung der Pflichten: "Statt alle über einen regulatorischen Kamm zu scheren, sollten Art und Umfang der Datenverarbeitungen ausschlaggebend für die Regelanwendung sein."

Mitte 2019 hatte die Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle bereits darauf verwiesen, dass sich ein "uneinheitliches Bild in der Bußgeldpraxis" zeige. Die Aufsichtsbehörden der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten seien unterschiedlich aktiv - sowohl was die Anzahl der Bescheide als auch was deren Höhe betrifft.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.