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14.02.2020

Pilotprojekt fürs Handwerk: Fachkräfte aus Bosnien und Herzegowina gewinnen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) sehen in der Sicherung des Fachkräftebedarfs "eine der zentralen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland".

Während sich der demografische Wandel in den kommenden Jahren zunehmend bemerkbar machen werde, fehlten bereits heute allein im Handwerk rund 250.000 Fachkräfte. So könnten aktuell die Hälfte aller Betriebe ihre offenen Stellen nicht mehr besetzen. Um entsprechend gegenzusteuern, müssten daher nicht nur deutschlandweit, sondern auch im Ausland "alle Potentiale mobilisiert werden".

Bundesminister Peter Altmaier: "Geeignete Fachkräfte zu finden ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen, zu denen der überwiegende Teil der Handwerksbetriebe zählt, eine große Herausforderung. Deshalb müssen wir auch neue Wege der Fachkräftegewinnung gehen und die Möglichkeiten des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes nutzen. Ich freue mich, dass heute das Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Bundesagentur für Arbeit an den Start geht. Damit können wir ganz gezielt für den Bedarf deutscher Handwerksbetriebe die Gewinnung von Fachkräften erproben und wertvolle Erkenntnisse für die Zuwanderung nach Deutschland gewinnen."

Das BMWi fördere deshalb das "Pilotprojekt zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte für das deutsche Handwerk" - als Begleitmaßnahme zum neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, welches am 1. März 2020 in Kraft tritt. In Kooperation von ZDH und der Bundesagentur für Arbeit werde "die aktive Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland für deutsche Handwerksbetriebe" erprobt. Für Handwerksberufe mit ausgewiesenem Fachkräftemangel sollen laut BMWi zunächst 120 Fachkräfte aus dem Partnerland Bosnien und Herzegowina vermittelt werden: Elektroniker, Metallbauer sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Dazu Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks: "Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit unseren bosnischen Partnern. Mit diesem Pilotprojekt leistet das Handwerk nicht nur Pionierarbeit bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland. Zugleich ergeben sich neue Perspektiven für einen Austausch beider Länder in der beruflichen Bildung."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.