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15.04.2020

Sozialschutz-Paket: Junge Eltern haben Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfälle

Die Corona-Krise stellt viele Menschen vor finanzielle Herausforderungen - insbesondere auch Eltern mit kleinen Kindern. Am 27. März hat die Bundesregierung ein Sozialschutz-Paket beschlossen, das Verdienstausfälle in diesen Familien abmildern soll. Bei der Inanspruchnahme sind allerdings einige Vorgaben zu beachten, berichtet der Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA).

Erwerbstätige Eltern, die wegen geschlossener Betreuungseinrichtungen und Schulen einen Verdienstausfall erleiden, können finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen, sofern sie keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit haben. Dazu zählen laut dem Arbeitsrechts-Fachanwalt Volker Görzel vom VDAA Personen, die eine Notbetreuung in der Kita oder der Schule in Anspruch nehmen können oder Familien, in denen das andere Elternteil oder Verwandte die Betreuung gewährleisten können - Risikogruppen wie Großeltern ausgenommen.

Auch eine Versetzung ins Homeoffice sei eine zumutbare Betreuungsoption. Zudem besteht ein Recht auf Entschädigung nur, wenn das zu betreuende Kind jünger als zwölf Jahre ist. Es soll zudem nur dann greifen, wenn Überstunden abgebaut und zustehender Erholungsurlaub genommen wurde. Das bedeute jedoch nicht, dass erst der gesamte Jahresurlaub aufgebraucht werden müsse. Görzel verweist auf ein Schreiben des Bundesarbeitsministeriums, in dem es heißt, dass sich die Pflicht nur auf den Urlaub aus dem Vorjahr sowie den bereits vorab verplanten Urlaub, der sowieso während des Zeitraums der Kita- der Schulschließung genommen werden sollte, bezieht.

Konkret beträgt die Entschädigung 67 Prozent des Netto-Verdienstausfalls, maximal aber 2.016 Euro. Die Anträge sind an die Behörden der Länder zu richten, heißt es beim VDAA weiter. Die Auszahlung erfolge über Arbeitgeber, der die Beträge wiederum von der zuständigen Behörde erstattet bekommt: "Deshalb sollten Arbeitnehmer die Beantragung mit ihrem Arbeitgeber besprechen." Dieser kann gegebenenfalls auch einen Vorschuss bei der Behörde beantragen. Selbstredend gelten die Neuregelungen nicht für Zeiten, in denen die Betreuungseinrichtung während der Osterferien ohnehin geschlossen wäre.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.