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17.04.2020

Homeoffice - mehrheitlich befohlen oder dringend erwünscht

Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom entwickelt sich das flexible Arbeiten aufgrund der Corona-Krise zum Standard in der Digitalwirtschaft: 89 Prozent der Unternehmen empfehlen ihren Mitarbeitern die Nutzung des Homeoffice, 64 Prozent der Firmen ordnen dies sogar ausdrücklich an.

Demnach schätzen die befragten 235 Unternehmen der IT-, Telekommunikations- und sich digitalisierenden Branchen eine Homeoffice-Tätigkeit für durchschnittlich 86 Prozent ihrer Mitarbeiter als durchaus praktikabel ein. Außerdem ändere sich die gesamte unternehmensinterne Kommunikation und nutze gefragte Digital-Technologien, etwa zu Videokonferenzen, die inzwischen bei 95 Prozent der Firmen herkömmliche Präsenztreffen ersetzten.

Unter der weitgehenden Stilllegung der Wirtschaft leiden laut Bitkom-Erhebung auch die Digitalunternehmen erheblich, beispielsweise 60 Prozent unter zurückgestellten Aufträgen und 23 Prozent unter Auftragsstornierungen. So gingen 61 Prozent der Firmen von einer großen Verunsicherung ihrer Kunden aus und dementsprechend würde fast die Hälfte der befragten Unternehmen Investitionsentscheidungen verschieben. 20 Prozent müssten bereits die Produktion einschränken, teilweise wegen unterbrochener Lieferketten. Von Lieferproblemen innerhalb Deutschlands und Europas berichteten 40 bzw. 48 Prozent der Digital-Firmen, doch die größten Probleme bereite diesbezüglich der China-Handel - mit beeinträchtigten Zulieferungen für 81 Prozent der betroffenen Unternehmen.

Der Befragung zufolge werden neben den negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäftsergebnis 2020 (so 79 Prozent der Unternehmen) ganz massive Existenzprobleme befürchtet: 34 Prozent erwägen demnach Kurzarbeit oder verkürzte Arbeitszeit, 7 Prozent haben diese Maßnahmen schon eingeführt. Über Betriebsschließungen diskutierten 10 Prozent der befragten Firmen - und bei 5 Prozent sei dies bereits beschlossene Sache. Für die nähere Zukunft zeige sich eine Mehrheit von 94 Prozent der Unternehmen ausgesprochen pessimistisch und erwarte eher eine Verschärfung der herrschenden Wirtschaftskrise.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.