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21.04.2020

Was tun mit der bAV in Corona-Zeiten?

Mit Kurzarbeit oder Liquiditätsengpässen aufgrund der Coronakrise rückt in vielen Unternehmen auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) in den Fokus. Grundsätzlich bietet diese einige Möglichkeiten, um kurzfristig Lasten zu senken, berichtet das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Aon. Allerdings sei dabei das richtige Vorgehen wichtig, um Vorteile langfristig zu sichern.

Wichtig sei etwa der genaue Blick auf die unterschiedlichen Zusagearten, Durchführungswege und Plangestaltungen der bAV. So spiele es für die Weiterzahlung der Beiträge im Falle von Kurzarbeit beispielsweise eine Rolle, in welcher Höhe Kurzarbeit geleistet wird. Beträgt die Quote 100 Prozent, würden in der Regel keine Beiträge mehr gezahlt. Der Grund: Die Arbeitnehmer erhalten kein Entgelt mehr, sondern eine Lohnersatzleistung. Bei einem niedrigeren Prozentsatz der Kurzarbeit können die Beiträge gegebenenfalls auch in geringerer Höhe weitergezahlt werden.

Gundula Dietrich von Aon empfiehlt zudem, in jedem Fall mit den Arbeitnehmern zu sprechen - ob sie durch Entgeltumwandlung selbst Beiträge leisten oder nicht: "Sie müssen beispielsweise wissen, dass mit reduzierten Beiträgen in die bAV auch minimierte Risikoleistungen wie bei Berufsunfähigkeit und Tod einhergehen können."

Es könne sich zudem "gravierend auswirken", ob eine Stundung oder aber eine Reduktion beziehungsweise eine Freistellung der bAV-Versicherungsbeiträge gewählt wird. Mit der Stundung könne zwar Liquidität geschont und der volle Versicherungsschutz erhalten bleiben. "Allerdings muss man wissen, dass gestundete Beiträge in der Regel in einer Summe und in voller Höhe nachzuzahlen sind, wenn der volle Versicherungsschutz aufrechterhalten bleiben soll", erklärt Jochen Pölderl von Aon.

Last but not least sollten auch die Versorgungsordnungen geprüft werden. Zwar könne auch bei den Versicherern mit Sonderregelungen aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation gerechnet werden. In jedem Fall aber sollten sich Unternehmen ausführlich informieren, bevor sie weitreichende Entscheidungen treffen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.