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22.04.2020

Innovation gerade in Krisenzeiten hilfreich

Innovative Unternehmen können Rezessionen besser verkraften - das weiß man aus vergangenen Krisen. Allerdings richten die meisten Betriebe ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben am Wirtschaftszyklus aus. Damit fahren sie nun ausgerechnet einen Treiber für neues Wachstum herunter. Forscher plädieren daher für zusätzliche Finanzierungsinstrumente insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.

Die absehbare wirtschaftliche Rezession wird die Bereitschaft von Unternehmen, in Forschung und Entwicklung zu investieren, einschränken, prognostiziert das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Allerdings muss man differenzieren: Die Finanz- und Wirtschaftskrise beispielsweise habe vor allem international aktive Unternehmen schwer getroffen. Es sei daher davon auszugehen, dass auch jetzt insbesondere die Innovationsaktivitäten von exportstarken Unternehmen zurückgefahren werden.

Kleine und mittlere Unternehmen litten in Folge von Krisen dagegen vor allem an Liquiditäts- und Finanzierungsproblemen. Dies könne trotz staatlicher Unterstützungsprogramme erneut der Fall sein, wenn die Coronakrise noch länger anhält. "Und das wirkt sich wiederum auf die Möglichkeit der Unternehmen aus, in Forschung und Entwicklung zu investieren", sagt ZEW-Präsident Professor Achim Wambach.

Der Blick zurück zeigt, dass in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 etwa 34 Prozent aller deutschen Unternehmen ihre Innovationsaktivitäten antizyklisch erhöht haben. Sie mussten im Schnitt weniger Stellen streichen und waren widerstandsfähiger. Anders als damals fehlten nun allerdings Kooperationsmöglichkeiten mit externen Partnern. Auch erschwere das Homeoffice Innovationen, da diese oftmals aus kollaborativen Prozesse entstünden. Die Autoren des ZEW Policy Brief empfehlen direkte und indirekte Finanzierungsinstrumente insbesondere für kleinere Unternehmen, damit diese ihre Innovationstätigkeit nicht einstellen (müssen).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.