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11.05.2020

Zeitarbeits-Verband will Höchstüberlassungsdauer befristet aussetzen lassen

2017 wurde mit der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes die Höchstüberlassungsdauer in der Zeitarbeit eingeführt - allerdings unter anderen Vorzeichen als heute. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) setzt sich daher dafür ein, dass sie, wie auch das Schriftformerfordernis, wegen der Corona-Krise zumindest befristet und in systemkritischen Bereichen ausgesetzt wird.

In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stützen sich der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann und der iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz unter anderem auf den Koalitionsausschuss. Dieser habe "zurecht darauf hingewiesen", dass in der aktuellen Krise besonders darauf geachtet werden müsse, Belastungen für Beschäftigte und Unternehmen durch Gesetz und andere Regelungen möglichst zu vermeiden.

Aufgrund der Corona-Pandemie hätten kleine und mittelständische Zeitarbeitsunternehmen vor allem finanzielle Sorgen, und Fachkräfte würden in der Pflege dringend gebraucht. Deshalb mache es "absolut keinen Sinn", passende Kräfte nach 18 Monaten aufgrund der Höchstüberlassungsdauer wieder wegzuschicken, argumentieren Baumann und Stolz.

Auch das Schriftformerfordernis erweise sich in der Krise als Hindernis. Es besagt, dass der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag vor Antritt des Einsatzes im Kundenunternehmen handschriftlich unterschrieben vorliegen muss. In der "flexiblen Arbeitswelt von heute" würde stattdessen aber bereits die Textform genügen. Zudem minimiere sie die Gefahr, das Coronavirus zu übertragen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.