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18.05.2020

Corona zwingt viele Branchen zum Jobabbau

Die Corona-Pandemie wird tiefe Spuren in der deutschen Unternehmenslandschaft hinterlassen. Darauf deutet eine Konjunkturumfrage des ifo-Instituts hin, nach der viele Branchen einen Jobabbau planen oder diesen bereits angegangen sind. Naturgemäß sind die verschiedenen Wirtschaftszweige unterschiedlich stark betroffen, doch auch regional gibt es teilweise bedeutende Unterschiede.

Bereits im April haben 58 Prozent der Gastronomiebetriebe, 50 Prozent der Hotels und 43 Prozent der Reisebüros Beschäftigte entlassen oder befristete Verträge nicht verlängert. Auch die Automobilbranche, eine der wichtigsten Industrien in Deutschland, hat mit 39 Prozent stark zu kämpfen. "Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch", kommentiert Klaus Wohlrabe vom ifo-Institut die Ergebnisse.

Auch in anderen Branchen würden überdurchschnittlich viele Kündigungen ausgesprochen: So etwa bei 57 Prozent der Unternehmen, die andere Arbeitskräfte vermitteln, bei 48 Prozent der Hersteller von Leder, Lederwaren und Schuhen, bei 30 Prozent der Druckereien sowie bei 29 Prozent der Hersteller von Metallerzeugnissen. Im Schnitt haben der Umfrage zufolge 18 Prozent der Betriebe in Deutschland Arbeitsplätze gestrichen.

Relativ krisenfest zeigen sich dagegen Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkanzleien, von denen nur fünf Prozent Beschäftigte gekündigt haben. Beschäftigte auf dem Bau und im Grundstücks- und Wohnungswesen sind mit drei beziehungsweise zwei Prozent noch weniger gefährdet. In der pharmazeutischen Industrie lag die Quote gar bei null Prozent.

In der Betrachtung der Bundesländer stehen Baden-Württemberg und Bayern besonders im Fokus: Hier haben 22 beziehungsweise 20 Prozent der Betriebe Jobs gestrichen. Rheinland-Pfalz und das Saarland liegen mit jeweils elf Prozent am anderen Ende der Tabelle. Während 19 Prozent der befragten Unternehmen in den alten Bundesländern von Kündigungen berichteten, waren es in den neuen Bundesländern "nur" 14 Prozent.

Inwiefern der Umfrage zufolge weitere Branchen und Bundesländer betroffen sind, kann auf der Website des ifo-Instituts abgefragt werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.