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19.05.2020

Gutverdienende und höher Gebildete haben in der Krise bessere Karten

Laut Studie des ifo-Instituts zwingt die Corona-Krise viele Arbeitgeber zum Jobabbau, der jedoch branchenabhängig unterschiedlich ausfällt. Ein Blick in Richtung der Beschäftigten zeigt, dass höher Gebildete und Besserverdiener die Krise wohl leichter bewältigen als andere. Das berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Das zeigt eine für Deutschland repräsentative Corona-Studie auf Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Seit Anfang April werden dafür mehr als 12.000 Menschen befragt, die in der Vergangenheit bereits regelmäßig an der repräsentativen Langzeitstudie teilgenommen haben. Nun liegen erste Ergebnisse vor. Danach bewerten vor allem höher Gebildete ihre eigene wirtschaftliche Situation derzeit als positiv.

Auf der anderen Seite gaben rund 20 Prozent der Erwerbstätigen an, bereits Einkommenseinbußen erlitten zu haben. Diese Aussagen zogen sich durch alle Einkommensschichten. "Das ist sozialpolitisch besonders bedenklich, weil für Menschen mit einem geringeren Einkommen die finanziellen Spielräume viel enger sind", heißt es dazu in der Studie. 17 Prozent der Befragten sind von Kurzarbeit betroffen, insbesondere weniger Gebildete.

Des Weiteren arbeitet ein gutes Drittel der Befragten im Homeoffice und kann sich so vor Ansteckungen schützen - das gilt vor allem für Menschen mit höherem Einkommen und besserer Bildung. Rund die Hälfte der im Homeoffice Tätigen berichtete, dass sich ihre Arbeitsproduktivität dort nicht verändert habe. Bei 40 Prozent ist sie nach eigenen Angaben gesunken, bei zehn Prozent aber sogar stark gestiegen.

"Schon jetzt zeichnet sich also ab, dass Menschen mit höherem Einkommen und besserer Bildung die Krise leichter bewältigen werden als andere", sagt SOEP-Direktor Stefan Liebig. Er geht auf Basis dieser Daten davon aus, dass die Pandemie das Leben in Deutschland in den kommenden Jahren prägen wird.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.